Die Taekwondo-Abteilung stellt sich vor

Was ist Taekwondo?

Taekwondo ist sowohl eine uralte koreanische Kampfkunst als auch ein relativ neues modernes Kampfsystem. Frei übersetzt bedeutet Taekwondo "Kunst des Hand- und Fußkampfes".

Das Wort Taekwondo setzt sich aus drei Wörtern zusammen:

Tae: springen, stoßen, schlagen mit dem Fuß (steht für alle Fußtechniken)

kwon: stoßen, schlagen mit der Hand und Faust (steht für alle Handtechniken)

do: heißt wörtlich "Weg" und bezeichnet den geistigen Hintergrund dieses Sportes, insbesondere die fünf Tugenden: Höflichkeit, Rechtschaffenheit, Ausdauer, Selbstbeherrschung und Mut.

Taekwondo hat nichts mit übermenschlichen Kräften zu tun. Seine Durchschlagskraft beruht auf der Ausbildung des menschlichen Körpers auf wissenschaftlicher Grundlage und hat das Ziel, ein Höchstmaß an Gewandtheit, Schnelligkeit und Kraft zu erreichen. Der "Weg" dahin führt über hartes, für Europäer zunächst ungewohntes, geistiges und körperliches Training, bei dem es auf Disziplin, Ausdauer, Durchhaltungsvermögen und Fleiß ankommt.

Dem Taekwondo liegt eine Philosophie zugrunde, die diesem Sport einen tieferen Sinn gibt. In Europa steht das mehr im Hintergrund; jedoch wird nur derjenige Taekwondo beherrschen können, der echtes Interesse an dem Sport selbst gewinnt und nicht nur andere damit "umhauen" will.

Das moderne Taekwondo gründet auf der Jahrtausende alten Tradition koreanischer Kampfsysteme und gleichzeitig auf neusten zum Teil wissenschaftlich/medizinische Erkenntnisse jüngster Zeit.

Taekwondo ist kein starres System, das sich seit seiner Entstehung unverändert erhalten hat sondern es wird ständig modifiziert, verändert und neuen sportlichen Erfahrungen angepasst.

 

Taekwondo-Geschichte

 

Eine Geschichte erzählt von einem indischen Mönch der vor über 1500 Jahren nach China reiste, um dort seine buddhistische Lehre zu verbreiten. Zum Schutz vor Räubern und Banditen erdachte er sich eine Selbstverteidigungsform. In China fand er viele Anhänger, denen er sein Wissen vermittelte. Von dort zogen seine Anhänger in andere Länder, um dessen Lehre weiter zu verbreiten. Es entwickelten sich viele verschiedene Stile. So sollen verschieden Kampfsysteme entstanden sein. Doch seit es Menschen gibt waren diese gezwungen sich im Zweikampf gegen Mensch und Tier zu behaupten und so kann man sagen, dass es schon ganz früh eine Art Kampfkunst gab.

 

Taekwondo entstand in Korea. Grabmalereien des 37 v.Chr. entstandenen Königreichs „Koguryo“ im Norden Koreas zeigen heute noch übliche Taekwondo-Techniken und dokumentieren, dass zumindest taekwondo-ähnliche Kampfpraktiken bereits vor über 2000 Jahren in Korea bekannt waren. In dieser Zeit bestand Korea außer dem nördlichen Teil „Koguryo“ noch aus dem westlichen Teil „Paek Che“ und dem dritten Teil im Südosten „Silla“.

 

Unter der Führung von Kim-Yu-Sin gelang es mit Hilfe einer Eliteeinheit ähnlich den Samurai unter dem Namen Hwarang-Do im Jahre 668 n. Chr. die drei Reiche zu vereinen. Bis ins 20. Jahrhundert wurde die Kampfkunst kaum weiterentwickelt. Unter der zwischenzeitlichen Herrschaft der Mongolen und der Japaner wurde sogar die Ausübung koreanischer Kampfkunst verboten! Dank einiger alter Meister wurde sie dennoch unter Namen wie Tang Su, Kong Su, Kwon Pop und Tae Su erhalten und heimlich weitertrainiert bis in die Neuzeit.

 

Taekwondo der Neuzeit

 

Nach dem Abzug der Japaner um 1945 bemühte man sich, eine einheitliche Form und Bezeichnung für den koreanischen Kampfsport zu finden. General Choi Hong Hi war es, der das Taekwondo, wie wir es heute kennen, 1955 vorgestellt hat. Sein verdienst war es, dass sich hohe Meister der verschiedenen Richtungen, Historiker und andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens Koreas am 11. April 1955 auf den Namen Taekwondo einigten.

 

Über die Jahre bis heute hat sich Taekwondo in der ganzen Welt verbreitet und in den einzelnen Ländern weiterentwickelt unter der strengen Aufsicht von koreanischen Meistern, die sich in vielen Ländern niedergelassen haben.

 

Es gibt zwei Weltorganisationen: WTF (World Taekwondo Federation) und ITF (Internetional Taekwondo Federation). Diese beiden Organisation unterscheiden sich durch ihre Übungsformen und das Kampfsystem (Wettkampf). Taekwondo ist heute ein sehr effektiver und moderner Kampfsport der zudem das bekannte All-Style-Karate im wesentlichen mitgeprägt.

 

In den 90er Jahren wurde Taekwondo offiziell zur olympischen Disziplin und hat dadurch diese Sportart noch populärer gemacht.

 

Gerade in Deutschland gehört Taekwondo zu den bekanntesten Kampfsportarten. Nicht zuletzt durch internationale Erfolge deutscher Kämpfer, die selbst große Kämpfer aus Korea glanzvoll besiegten!

Die Taekwondo-Abteilung 1978 - Heute

1978 wurde unter der Leitung von Herbert Flenner eine Taekwondo Sportgruppe unter dem offiziellen Namen "To San" in den Landesverband aufgenommen. Als Begründung schrieb der Vorsitzende des TUS in den Aufnahmeantrag: "Wir sind der Überzeugung, dass diese Abteilung eine Bereicherung der von unserem Verein angebotenen Sportarten bedeutet. Als Nachfolger einer Judoabteilung (1969 bis 1972 unter der Leitung von Peter Stemper) begannen bereits 1977 einige Sportler mit dem Kampfsporttraining. Als Trainingsstätte dient seit dem die Sporthalle am Ostenberg.

 

Mit der Trainingsleitung Norbert Wolfers erfolgte ein gezielter Trainingsaufbau und die ersten Gürtelprüfungen ließen nicht lange auf sich warten. 1985 errang Andreas Vollmayer als erster Taekwondo-Sportler des TUS den 1. Dan (Schwarzgurt - "1. Meistergrad"). In den Jahren bis heute folgten weitere Sportler, die nach jahrelangem Training den Meistergrad erreichten, zuletzt Georg Palka, der im Alter von fast 50 Jahren die Prüfung zum 1. Dan erfolgreich absolvierte. Neben erfolgreicher Prüfungen sammelte die Abteilung in den letzen Jahrzehnten viele Pokale bei regionalen, nationalen und internationalen Wettkämpfen.

 

Nach Norbert Wolfer übernahm Thomas Ullrich die Funktion des Trainers. Im gelang es vielen Sportlern, die koreanische Kampfkunst beizubringen. Unter ihm wurde Alexander Mouhcine 1994 Deutscher Jugendmeister. Es folgten weitere Erfolge auf internationaler Ebene und die Berufung ins deutsche Jugendnationalkader. Außer Alexander Mouhcine gelang auch Lukas Frontzeck der Sprung in den internationalen Taekwondozirkus.

Während der intensiven Wetkampfvorbereitungen übernahm Peter Eikeler das allgemeine Training der einzelnen Trainingsgruppen. Gemeinsam absolvierten als erste Taekwondo-Sportler Thomas Ullrich und Peter Eikeler 1995 den Tariner-C-Lehrgang und erhielten die Trainer-Lizenz (Abt. Taekwondo) des Deutschen Sportbundes. Einige Jahre später absolvierte zunächst Lukas Frontzek dann Georg Palka und schließlich Mustafa Amet die Trainerlizenz und leiten bis heute Woche für Woche das Training der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen

 

Zur Zeit sind im Jugendbereich wieder aktive Wettkämpfer im Einsatz, die auf verschiedenen Wettkämpfen Ihr Erfahrungen sammeln. Natürlich findet parallel das traditionelle Taekwondo-Training mit Vorbereitungen auf die nächste Gürtelprüfung statt.